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Online-Arztpraxen: Ferndiagnosen im Internet

 

Das Internet ist heutzutage so vielseitig und informativ wie nie zuvor. Es wird mehr und mehr zum Alltagsinstrument und sogar Schulen rüsten sich damit auf. Doch geht das Angebot weit über informative Zwecke hinaus. Neben Online-Apotheken bieten jetzt sogar auch Online-Arztpraxen ihre Hilfe an. Wer heute noch zum Arzt geht, ist selbst daran schuld? Mal sehen. Ferndiagnosen bergen so manche Gefahr.

 

Ärzte und Doktoren müssen heutzutage keine eigene Praxis haben. Sie können virtuell mittels Online-Arztpraxen arbeiten. Warum sollten nur Apotheken vom Internet profitieren? Ärzte können genauso gut Ferndiagnosen stellen, oder?

 

Es hört sich schon etwas unglaublich an, aber Online-Arztpraxen werden mehr und mehr genutzt. Der “Patient” muss zuerst einige ausgewählte Fragen über seinen allgemeinen Gesundheitszustand beantworten. Danach geht es zum eigentlichen Problem. Sogar eine virtuelle Krankenakte wird erstellt. Wer nun glaubt, dass es sich hierbei “nur” um eine Diagnosestellung handelt, der irrt gewaltig. Der Internet-Arzt kann sogar Rezepte für Medikamente ausstellen! Dazu bedarf es natürlich einer Einverständniserklärung des Patienten. Schließlich trägt letztlich dieser nicht nur die anfallenden Kosten, sondern auch das Risiko!

 

 

Online-Arztpraxen im Test

Lange Wartezeiten sind Vergangenheit!

 

Die Vorteile einer solchen “Online-Arztpraxis” sehen viele in der unkomplizierten Art und Weise des Handlings. Auch die ständige Verfügbarkeit des Online-Doktors ist ein weiterer Pluspunkt. Doch wie genau und wie gefährlich sind eigentlich Ferndiagnosen mittels Internet-Arzt?

 

Ich habe mich einmal bei Doktor Ed umgeschaut. Hier werden freilich nicht zu jedem Thema “Sprechstunden” angeboten. Themen wie Haarausfall, Pille, Blasenentzündung oder Impotenz sind hier aber ebenso zu finden wie Reisedurchfall oder Malaria. Was ich gleich auf Anhieb gut fand, war die Möglichkeit sogar Fotos von der Krankheit oder dem Ausschlag etc. hochladen zu können. Auch Selbsttests mit Einlieferung und Untersuchung in ein Labor sind möglich. Somit spart man sich doch schon mal enorme Wege. Zudem ist der erste Besuch bei Doktor Ed kostenfrei. Danach beträgt die Sprechstundengebühr 19 €.

 

Rezepte auf Knopfdruck

 

Um zu testen wie einfach oder eben auch nicht man bei Doktor Ed ein rezeptpflichtiges Medikament bekommt, habe ich mich mit falschen Namen und Email-Adresse registriert, um eine Antibabypille zu ergattern. Eigentlich darf nur der Gynäkologe einer Minderjährigen ein Rezept für die Pille ausstellen, aber bei Doktor Ed ging das auch so. Natürlich habe ich bei dem Fragenkatalog etwas geflunkert. So hatte ich bereits die zu verschreibende Pille eingenommen und von meiner vermeintlichen Ärztin verschrieben bekommen. Auch beim Alter und der Adresse bei meiner Registrierung konnte ich nach Herzenslust schwindeln. Letztlich bekam ich das Rezept für die Antibabypille.

 

Fazit: Ein Online-Doktor ist sicherlich für kleinere Wehwehchen gar keine schlechte Idee. Wenn allerdings Rezepte für Medikamente ausgestellt werden können, sollte größte Vorsicht geboten sein. Eine Überprüfung der Patientenangaben ist da nur ein Kriterium!

 

Artikelbild: Thommy Weiss / pixelio.de

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